Der erste Eindruck zählt – Praxisräume gestalten
Ein Beitrag von Andreas Beutel
Die Gestaltung Ihrer Praxisräume hat weitreichende Auswirkungen: Eine angenehme Atmosphäre schafft Vertrauen und steigert die Zufriedenheit Ihrer Patienten – oft unbewusst. Dabei geht es nicht um teure Umbaumassnahmen, sondern um durchdachte Details: von der Farbwahl über Lichtkonzepte bis hin zur Möblierung. In diesem Beitrag erhalten Sie konkrete Tipps, wie Sie Ihre Praxisräume gezielt optimieren können.
1. Feng Shui – Energiefluss gezielt lenken
Feng Shui ist eine jahrtausendealte Methode, um Räume so zu gestalten, dass sie Harmonie und Wohlbefinden fördern. Sie müssen nicht zum Experten werden, um einige bewährte Prinzipien umzusetzen:
- Eingangsbereich offen und einladend gestalten: Die Eingangstür ist das Tor zur Praxis – hier sollte es nicht dunkel oder zugestellt sein. Eine gut beleuchtete Tür und klare Beschilderung heissen Ihre Patienten willkommen.
- Empfangstresen mit freiem Blick auf die Tür: Der Empfang ist das erste, was Patienten wahrnehmen. Sorgen Sie für eine aufgeräumte, freundliche Gestaltung. Frische Blumen, ein dezenter Duft oder ein Wasserspender können den ersten Eindruck abrunden.
- Fliessende Energie im Wartezimmer: Schaffen Sie Sitzbereiche, in denen sich Patienten wohlfühlen – vermeiden Sie enge, gerade Reihen und setzen Sie auf kleine Gruppen von Sesseln oder Sofas. Eine runde oder organische Anordnung unterstützt das Wohlgefühl.
- Behandlungsräume beruhigend gestalten: Patienten sollten beim Liegen nicht direkt auf eine Tür oder eine grelle Lampe blicken müssen. Ein Blick auf eine ruhige Wandfarbe oder ein Naturbild kann helfen, Ängste zu reduzieren.
2. Farben, Licht und Einrichtung – Die Atmosphäre gezielt beeinflussen
Farben, Licht und Materialien haben eine enorme Wirkung auf das Wohlbefinden.
Farben mit Bedacht wählen:
- Grün & Blau → Beruhigend und ausgleichend, ideal für Behandlungsräume
- Gelb & Orange → Wärme und Energie, gut für Empfangsbereiche
- Erdtöne & Naturfarben → Stärken das Gefühl von Sicherheit, empfehlenswert für Wartezimmer
Achten Sie auf sanfte, matte Farbtöne, da grelle Farben Unruhe erzeugen können.
Lichtquellen optimal einsetzen:
- Vermeiden Sie direktes grelles Deckenlicht, das oft steril und kalt wirkt.
- Kombinieren Sie mehrere Lichtquellen (Deckenleuchten, Stehlampen, Wandlampen) für eine harmonische Beleuchtung.
- Warme Lichttöne (z. B. 2700–3000 Kelvin) erzeugen eine behagliche Stimmung.
- Tageslicht nutzen, wenn möglich – Spiegel oder helle Vorhänge können helfen, dunkle Räume freundlicher zu machen.
Natürliche Materialien bevorzugen: Holz, Stein, Leinen und Pflanzen schaffen eine beruhigende Umgebung. Vermeiden Sie kalte Materialien wie Plastik oder Metall in grossen Flächen, da sie oft eine sterile Wirkung haben.

3. Wartebereiche & Behandlungsräume – Mehr als nur funktional
Der Wartebereich ist der erste Ort, an dem sich Patienten mit der Praxis auseinandersetzen. Statt einer reinen „Abstellzone“ kann er aktiv zum Wohlfühlen beitragen.
Sitzmöglichkeiten mit Komfort:
Harte Plastikstühle erinnern an Behörden – setzen Sie lieber auf bequeme Sessel oder gepolsterte Sitzgelegenheiten. Unterschiedliche Sitzhöhen (z. B. für ältere Menschen) können zusätzlichen Komfort bieten.
Ablenkung durch sanfte Sinnesreize:
- Dezente, ruhige Musik oder Naturklänge im Hintergrund (kein Radio mit Werbung).
- Bücher und Magazine mit relevanten Gesundheitsthemen statt Klatschzeitschriften.
- Ein Aquarium oder eine ruhige Lichtinstallation kann für Entspannung sorgen.

Raumduft gezielt einsetzen:
Düfte haben einen starken Einfluss auf die Emotionen. Nutzen Sie sanfte ätherische Öle wie Lavendel (beruhigend) oder Zitrusnoten (belebend), aber vermeiden Sie zu aufdringliche Gerüche.
Behandlungsräume beruhigend gestalten:
- Eine weiche Decke oder ein warmer Untergrund kann kalte Behandlungsliegen angenehmer machen.
- Naturmotive an der Wand (z. B. Landschaften, Wasser) wirken ausgleichend.
- Geräuschdämmende Elemente (z. B. Teppiche, Wandpaneele) reduzieren Hall und verbessern die Akustik.
4. Kleine Details mit grosser Wirkung
Manchmal sind es die kleinen Dinge, die eine Praxis besonders angenehm machen:
- Freundliche Begrüssung & Abschied: Ein kurzes Lächeln oder eine nette Geste beim Kommen und Gehen schafft eine wertschätzende Atmosphäre.
- Persönliche Akzente setzen: Ein paar dezente Fotos von Naturreisen, Pflanzen oder Kunst können eine individuelle Note verleihen.
- Digitale Angebote für die Wartezeit: Falls WLAN angeboten wird, können Patienten sich über Gesundheitsartikel informieren oder Fragebögen online ausfüllen.
- Barrierefreiheit bedenken: Eine leicht erreichbare Sitzgelegenheit am Empfang, gut lesbare Beschriftungen und eine klare Wegeführung helfen allen Patienten.
Fazit: Eine Praxis mit Wohlfühlfaktor schafft Vertrauen
Patienten kommen nicht nur wegen der Behandlung, sondern auch wegen der Atmosphäre in eine Praxis. Durch gezielte Gestaltungselemente können Sie Vertrauen stärken, Entspannung fördern und sich von anderen Praxen abheben. Starten Sie mit kleinen Veränderungen – oft sind es die Details, die den grössten Unterschied machen.